Henkes-Gedenken in Westerburg
Wenn man das Foyer des Bischofshauses in Limburg betritt, fallen einem sofort zwei moderne Portraits auf. Das eine zeigt die Heilige Katharina Kasper, das andere den Seligen Pater Richard Henkes. Schwester Katharina (1820 – 1898) gründete Mitte des 19. Jahrhunderts die „Armen Dienstmägde Jesu Christi“, nach ihrem Heimatort im Westerwald üblicherweise „Dernbacher Schwestern“ genannt. In Alten- und Kinderheimen, in Krankenhäusern und Schulen, in Pfarreien und diözesanen Einrichtungen, im Limburger Priesterseminar und in der Hochschule in Frankfurt St. Georgen haben sie über Jahrzehnte Großes für die Kirche von Limburg und weit darüber hinaus geleistet. Und auch heute wirken viele Schwestern aktiv in der Kirche in Deutschland, in Indien, in Nigeria und in Amerika.
1979 wurde Schwester Katarina Kasper von Papst Paul VI. in Rom seliggesprochen. Postulator des Prozesses war Pallottinerpater Anton Weber. Durch die Seelsorge im Krankenhaus in Dernbach und die gute Nachbarschaft von Marienschule und Missionshaus in Limburg hatten und haben Derbacher Schwestern und Pallottiner immer ein gutes Miteinander. Im Oktober 2018 wurde Schwester Katharina in Rom durch Papst Franziksus heiliggesprochen.
Im September 2019 sprach in seinem Auftrag Kardinal Kurt Koch im Limburger Dom Pater Richard Henkes selig. Es war eine gute Idee von Bischof Georg Bätzing, den beiden besonders hervorgehobenen Christen aus dem Bistum im Foyer des Bischofshauses einen Platz zu geben.
Die Liebfrauenkirche ist „Herz der Pfarrei“
Vermutlich war das Foyer Ideengeber für Pfarrer Ralf Hufsky, der von Westerburg aus die Pfarrei Liebfrauen leitet, die zehn Kirchorte umfasst. Pfarrer Hufsky stammt aus dem Rheingau und kennt gut die Benediktinerinnen der Abtei St. Hildegard in Rüdesheim. Dort lebt Schwester Christophora Janssen OSB. Neben ihrer Tätigkeit in der Sakristei der Klosterkirche und als geistliche Begleiterin im Gästehaus wirkt sie vor allem als ausgebildete Keramikkünstlerin, die schon viele Auszeichnungen erhalten hat. Im Auftrag von Pfarrer Hufsky gestaltete sie Keramikkacheln, die die beiden „Westerwälder Heiligen“ Katharina Kasper und Richard Henkes zeigen. Als Vorbild dienten ihr die Bilder im Bischofshaus.
Nach einer Suche für den besten Platz entschied man sich kürzlich für die Marienkapelle vor der Liebfrauenkirche auf dem Reichenstein hoch über Westerburg. Diese „offene“ Kapelle beherbergt seit einigen Jahren eine Rekonstruktion des ersten Madonnenbildes der Liebfrauenkirche aus dem Jahr 1340.
In der Reformation wird Westerburg protestantisch und die Kirche zerfällt. 1899 wird sie neu errichtet und die Zisterzienser der nahen Abtei Marienstatt übernehmen die Seelsorge. 1959 wirken für zwanzig Jahre die Pallottiner in der Pfarr- und Wallfahrtsseelsorge. Nachdem die 1963 in der Stadt errichtete Christkönigskirche profaniert wurde, ist die Liebfrauenkirche wieder Pfarrkirche für die große Pfarrei Westerburg mit ihren Kirchorten. Und sie ist beliebte Wallfahrtskirche.
Haltung zeigen im Alltag
Am Sonntag, dem 13. September, war aus Vallendar Subregens Pater Edward Fröhling in Westerburg zur Aushilfe. Nach dem Gottesdienst bat ihn Pfarrer Hufsky, nachdem er das Bildnis von Schwester Katharina gesegnet habe, das von Pater Henkes zu segnen. Und so geschah es. Zum Weihwasser kam noch strömender Regen vom Himmel.
Die Pallottiner sind Pfarrer Hufsky dankbar für seine Initiative, auch Pater Hneks in der Marienkapelle einen Platz zu geben. Der Selige war selbst ein großer Marienverehrer und ist heute ein Vorbild, sich immer neu für die Menschenwürde einzusetzen und im Alltag Haltung zu zeigen aus dem Geist des Evangeliums.
Die 1899 wieder errichtete Liebfrauenkirche in Westerburg.
Sr. Christophora Janssen OSB von der Abtei St. Hildegard in Rüdesheim gestaltete die Kacheln mit dem Bildnis von Pater Henkes.
Die Marienkapelle vor der Liebfrauenkirche ist ein Ort stillen Gebets.
